Seit Urzeiten wird gerungen. Neben dem Laufen und dem Ballspiel ist das Ringen die älteste Leibesübung des Menschen. Bemalte Vasen sowie die Wände der Tempelgräber Beni Hassans zeigen, daß schon vor 5000 Jahren gerungen wurde. Aus China ist bekannt, daß der Ringkampfsport bereits 3000 vor Christi Geburt in hoher Blüte stand. Auch aus der Frühgeschichte Japans, das ja zum gleichen Kulturkreis gehört, läßt sich nachweisen wie beliebt unser Sport bereits zu dieser Zeit war.

Wir wissen, daß der Ringkampf im Jahre 708 vor der Zeitwende in das Programm der antiken Olympischen Spiele aufgenommen wurde. Das Ringen bildete den Schluß des Pentathlons, der aus Sprung, Lauf, Diskuswurf, Speerwurf und Ringen bestand, und stellte die Krönung der Spiele dar.

Von den Kampfregeln aus dem Altertum ist bekannt, daß es ein sehr freizügiger Freistilkampf war, bei dem die Athleten zu 3 Gängen antreten mußten, ein Niederwurf oder Zubodenbringen des Gegners galt als Sieg. 

Die ersten Aufzeichnungen in Deutschland über den Ringkampf findet man erst im 14. Jahrhundert. 

Ringen, ist eine Zweikampfsport, bei dem ohne Hilfsmittel zwei Kontrahenten auf einer gepolsterten Matte von 12m Gesamtdurchmesser und einer Kampffläche von 9m Durchmesser durch bestimmte Körpergriffe versuchen, den Gegner mit beiden Schultern auf den Boden zu bringen und ihn dort 1Sekunde festzuhalten (Schultersieg). 

Ringen ist auf Körpergriffe beschränkt, die im griechisch-römischen Stil (nur Männer) und im Freistil (Männer und Frauen) ausgeführt werden. Im griechisch-römischen oder klassischen Stil sind Griffe vom Kopf bis zur Gürtellinie erlaubt; der Einsatz der Beine ist verboten. Im Freistil sind Griffe am ganzen Körper zulässig, auch Angriffe an und mit den Beinen. Die Ringer tragen nach Auslosung ein rotes oder blaues Trikot. Die Kampfzeit beträgt 5min ohne Pause. Die Kämpfe beginnen im Stand (Standkampf) und gehen in den Bodenkampf über, wenn ein Kämpfer den Gegner zu Boden bringt, ohne ihn entscheidend zu besiegen. Zum Bodenkampf kommt es auch, wenn sich ein Ringer in der Brückenlage befindet und sich aus der Wettkampffläche entfernt oder der Kampfrichter aufgrund der Passivität eines Ringers die Bodenlage anordnet. Die angebrachten gültigen Griffe werden nach Punkten gewertet und vom Kampfgericht offen signalisiert. Daher kann beim Nichterreichen eines Schultersieges ein Punktsieger ermittelt werden. Bei einem Vorsprung von 10 Punkten für einen Athleten wird der Kampf vorzeitig beendet. Hat ein Ringer in der regulären Kampfzeit nicht wenigstens drei Wertungspunkte erzielt beziehungsweise sind beide Ringer punktgleich, wird der Kampf in einer dreiminütigen Verlängerung entschieden. Passivität wird mit Verwarnungen geahndet beziehungsweise bestraft. 

Ringen ist schon um 2000 v.Chr. in Ägypten bezeugt.

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